26. März - 28. März / USA

Mit dem Fahrrad durch die USA

 

 

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26. März / USA / Was das Schicksal so für uns hat

 

 

Ich hatte Zeit Western Union machte erst um 8:30 Uhr auf.
Ich musste beim zusammenbauen an die nette Frau denken die mich gestern eincheckte. Wir kamen ins Gespräch als sie mein Fahrrad sah. Ihre Augen leuchteten als ich von der Welt erzählte. Sie sagte sie würde auch gerne Reisen. Ich fragte warum sie es nicht tat, sie ist jung. Ihre Augen verloren sofort den Glanz und sie senkte den Kopf. Keine Antwort mehr. Etwas später sah ich dann dass ein Junge der etwa 10 Jahre war sie abholte, offenbar ihr Sohn wie es aussah. Sie musste ihn sehr früh bekommen haben, sie gingen liebevoll miteinander um, da stimmte wohl alles. Trotzdem hatte sie vielleicht Probleme. Sie roch nach Alkohol als wir sprachen bemerkte ich das. Nun kann es ein Zufall sein oder sie ertränkte ihre Probleme. Ich machte mir so meine Gedanken und dachte gleichzeitig, dass man oft Dinge wahrnimmt die so gar nicht gegeben sind. Der Mensch interpretiert so wie er denkt.

Der Schalter in der kleinen Bank für Western Union macht erst später auf als die Bank. Nun hieß es 30 Minuten warten, ich ging rüber in die Tankstelle, stellte den Junior ab und ging rein. Die kleineren Tankstellen haben oft kleine Theken mit frisch zubereiteten Sachen wie Fisch, Fleisch und Salat. Ich aß super leckeren Fisch zum Frühstück.

Man hatte hier die selben Probleme wie zwei Tage zuvor, der Computer wollte meine Versicherungsnummer. Zum Glück nahm man sich hier mehr Zeit für mich. Wir hatten vorher darüber gesprochen, dass ich schon sehr lange unterwegs bin und man war in diesem kleinen Ort begeistert, dass ich schon so weit gefahren war. Nach einigem hin und her war klar, dass man irgendwo einen Haken machen muss, dass es sich um ein anderes Land als die USA handelt wo der Empfänger her kommt.  

 

 

27. März / USA / Eine kleine Zeitreise

 

Kassetten, die Dinger die man sich aufs Knie haute oder auf die andere Hand damit das Band nicht zu straff war und die Musik nicht leierte beim abspielen. Die Dinger die man mit dem Bleistift wieder aufrollte wenn es mal wieder Bandsalat gab. Mit so einem Bleistift konnte man auch gut vorspulen um Batterie beim Walkman zu sparen. Ich weiß noch genau welche meine erste Kaufkassette war, also eine die man nicht selbst bespielt hatte. Oft mit Musik die man vom Radio aufnahm und hoffte, dass der Sprecher möglichst lange den Mund hielt um alles bis zum Ende drauf zu haben. Ja sich Musik zu besorgen ging nicht immer so einfach wie heute.

Ich liebte meine erste bespielte Kassette die mit tollen Hits von Elvis bespielt war. Er war schon ein großer Sänger und bekam auch ein paar anständige Rollen als Schauspieler. Er war der Liebling der Nationen, weltweit. Ein ordentlicher junger Mann der immer gut gekleidet war, dessen Haare immer schick waren und der nie über das Ziel hinaus schoss. Ein Mann den sich jede Schwiegermutter gewünscht hätte. Ich muss sagen ich fand ihn echt stark. Auch heute höre ich gerne seine Musik, er ist bei mir aber nicht die Nummer eins. 

Als ich anfing selber so meine Erfahrungen zu machen, ein kleiner Rebell wurde und für allen Blödsinn zu haben war, da musste anderer Rock and Roll her, Musik die ausdrückt ¨schaut her hier bin ich¨. Nicht die des lieben Schwiegersohnes. Wer passt da besser als Mister Jerry Lee Lewis. Der wahre König dieser Musik. Ein Mann der immer genau das machte was er gerade denkt. Klasse das war mein Mann. Auch heute liebe ich seine Musik der frühen Jahre, einfach super. 

Ich hatte einen Zeltplatz nur 11 Kilometer weg von Graceland, dem Wohnsitz von Elvis. Der Weg dahin führte mich wieder durch das Amerika nahe der Großstädte. Gegenden wo so viel Armut herrscht, dass es an vielen Stellen beängstigend ist wie weit man sinken kann in dieser Welt, oh Mann.
Etwas weiter dann wieder Häuser die bestimmt so teuer sind, dass man sie selbst mit dem Verdienst vieler Jahrzehnte als normaler Arbeiter nie kaufen könnte.

Die Straße nach Graceland hatte schon den richtigen Namen Elvis Presley Boulevard. Ein großes Schild kündigte an dass man da ist, der Parkplatz war gleich daneben und die Flugzeuge vom King standen hinter einem Zaun direkt an der Straße. Karten für die Führungen gab es auf der anderen Straßenseite. Es gibt verschiedene Preisklassen bis 186 Dollar hoch. Na ich hätte was für 56 Dollar bekommen, viel Geld aber ich bin vielleicht nur einmal hier. Auf die Frage ob es möglich wäre, dass ich den Junior dort irgendwo sicher abstellen könnte gab es ein fast beleidigendes Lächeln. Und ein Sorry, dass man nicht wisse wohin.
Ich lies nicht gleich locker und frage noch einmal nach, etwas Platz im Lager oder so. Leider nicht. Das war es, das Rad mit all meinem Besitz konnte ich nicht vor die Tür stellen. Evis war gestorben, also jetzt auch für mich, ganz offiziell.

Ich machte mich mit etwas Bauchschmerzen auf den Weg zum Cafe von Jerry Lee. Die Bauchschmerzen hatte ich weil ich im Internet gelesen hatte, dass das Cafe Montags und Dienstags zu hat. Ich hoffte, dass das nicht stimmt, im Internet stehen oft Dinge die nicht aktuell sind. Es ging durch eine Gegend die noch ärmer war als die am Morgen, Häuser wo auf einer Seite das Dach fehlte und auf der anderen die Wäsche zum trocknen hing waren Standard. Ich fühlte mich nicht wohl, man hört zu viele Geschichten, zum Glück ist ein Radfahrer nicht als reicher Mann eingestuft. Ich bin jetzt schon an einigen Ecken gewesen die nicht toll waren aber es ist nie etwas passiert, vielleicht ist auch das wieder ein Produkt vieler schlechter Berichte die in unseren Köpfen hängen. So wie das böse Mexiko in dem ich 1.000 km unterwegs war und nur freundliche Menschen getroffen habe. Die Leute sind verschlossen, ja auch hier. Aber wie soll man schon sein wenn man nur Ablehnung erfährt.

Das Cafe befindet sich in einer Straße mit noch einigen tollen Läden, Musik die Straße rauf und runter. Es stand fest, hier musst du noch einmal her. Ich rief Annett an und erzählte ihr, dass das Cafe zu hat und ich bei Elvis keine Bilder machen konnte, die wollte sie unbedingt sehen. Ich sagte, wenn wir noch einmal in die USA fliegen, müssen wir hier noch mal her. 

Also fast unverrichteter Dinge in den Sattel, ich hatte einige hundert Kilometer Umweg gemacht um das Cafe zu sehen und bei Elvis am Grab zu stehen, na so ist das Leben, ein 
Grund wiederzukommen.... 

 

 

28. März / USA / Manche Dinge sind alleine noch nicht Übel genug

 

 

Der Tag fing eigentlich gut an, das erste Stück meines Weges war ein toller Radweg, es war keiner weiter da, es regnete und die begeisterten Radfahrer wurden wohl in ihrer Begeisterung gestoppt. 

Ich war schon einige Kilometer unterwegs als es unter meinem Hintern einen hohen Ton gab, etwa so als wenn eine Speiche reißt und gleichzeitig nahm mein Hintern eine andere Haltung an. Der Sattel war gebrochen, mir flogen gleich Zahlen durch den Kopf, 38.000 km hatte er gehalten. Das ist ok, er darf in den Ruhestand. Ich hatte mir schon vor Antritt der Reise darüber Gedanken gemacht was ich tue wenn der Rahmen bricht, das passiert irgendwann. Es gibt eine einfache Lösung, den Sattel lösen an der Aufnahme der Sattelstange und etwas nach vorne oder hinten schieben,. Je danach wo er gebrochen ist, genau so, dass die Bruchstelle unter der Klemme ist die den Sattel hält, das ist keine Dauerlösung und es wackelt auch etwas aber ich bin so noch über 500 km gefahren bis zum nächsten Fahrradladen wo es einen Brooks-Sattel gab. 

Ich fuhr wieder einen State Park Campingplatz an, sie sind preiswert und man hat viel Platz, besser als die privaten Plätze wo einer neben dem anderen steht. Mein Problem, er war zu, Bauarbeiten. Es war alles umgegraben und Baumaschinen standen rum. Ich fuhr noch etwas die Straße hoch um zu sehen ob es eine Möglichkeit gibt zu zelten, nichts. Ich beschloss der Straße weiter in den Park zu folgen da es bald dunkel werden würde und ich im Dunkeln schlechter sehe als so schon. Vorbei an einer Pferdekoppel entdeckte ich einen Unterstand zum Grillen, das ist hier in den Staaten eine echte Kultur, sie können echt gut Grillen, und ich bin schon ein kleiner Fachmann, hier spricht also kein Hobbygriller. 

Ich habe den Tisch beiseite geschoben, ein schweres Teil wo die Bänke gleich mit dran sind, alles aus einem Stück. Dann habe ich gewartet bis es fast dunkel war und mein Zelt aufgestellt, hier war es trocken drunter und ich konnte sogar meine Regenkombi gut trocknen, ich hing sie einfach in den Wind......

 

Am 05. Mai haben wir übrigens schon einen neuen Termin für eine live Übertragung gemacht. Es startet wieder um 14:00 Uhr. Im Internet zu hören unter www.rockradio.radio,de Ich hoffe ihr seid dabei.....

Und für alle die lieber Schlager hören bin ich am 12. Mai auf B2, dem Schlagersender schlechthin, zwischen 11 und 12 bei Dagmar und Micha zu hören.  https://www.radiob2.de

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