24. Juli - 26. Juli / Frankreich - England

Mit dem Fahrrad durch Frankreich

nbsp]

 

Hier seht ihr meine aktuelle Position.

 

Noch kein Geburtstagsgeschenk? - Eine Leseprobe zu meinem Buch HIER

 

24. Juli / Frankreich / Aller Anfang ist schwer 

 j

 

Na eigentlich ist es ja kein Anfang, ich bin schon 15 Monate unterwegs. Durch die zwei Wochen ohne Fahrrad, ich war ja mit Annett auf Urlaub. Sie hat mich besucht, bin ich echt nichts mehr gewohnt. Deborah wohnt in einer Senke, im Auto wurde mir das gar nicht bewusst, jetzt am Morgen ist es eine harte Tatsache die mich echt zweifeln lässt ob ich noch 100 km am Tag schaffe.

Es wurde zum Glück nach 40 km flach, ich bin auf dem Weg zum Meer.

Der Weg ist meist auf kleinern Straßen oder voll durch den Wald, Weg weg - Rad schieben. Zum Glück habe ich nur etwas über sechzig Kilometer heute und im Wald ist es mit der Hitze auch gut auszuhalten. 

Pause hier Pause da, Mails checken; ich warte auf Antwort aus Holland und Belgien.

Es geht über einen kleinen   Umweg nach Saint Malo aber vorher noch nach Saint Michel. Alle Franzosen mit denen ich in den letzten Wochen gesprochen habe sagten, dass ich dahin muss. Es ist schön  und beeindruckend, meinten sie.

Die Burg ist schon fast 20 km  vorher zu sehen. Die Inseln ist eigentlich winzig, sie reicht gerade für die Festung und ein paar Häuser. Gerne wäre ich auch hinter die Stadtmauer gegangen. Das Bike durfte nicht rein, und mit Gepäck kann ich den Junior nicht so einfach stehen lassen ohne Aufsicht. Schade.
Wenigstens hatte ich Glück dass ich bis an den  Ort heranfahren konnte, das ist noch nicht lange möglich.
Es war Ebbe und ich konnte quasi vom Meer aus Bilder machen. Schön, ich bin froh, dass ich auf die Leute gehört habe.

Ich hatte die letzten zwei Wochen Angst, dass mein Zelt fürchterlich stinken wird weil ich es feucht einpacken musste und nicht mehr trocknen konnte bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen nach Nantes machte um Annett abzuholen. Die zwei Wochen haben  dem Zelt nichts getan, es war noch feucht aber hat nicht gestunken, gut zu wissen. Ich habe immer ein ungutes Gefühl wenn das Zelt nass ist und ich im Hotel schlafe weil das Wetter mal wieder verrückt spielt.

 

 

25. Juli / Frankreich / Die Mutter der Fackel 

 

 

Wie ist es in einem Körper gefangen  zu sein und nicht ausbrechen zu können?

Ich selbst habe es erfahren als ich auf einmal nur noch ein Pflegefall war und man nicht mehr viel auf meine Zukunft gab.

Alexandra Cremer, ich nenne sie immer die Mutter der Fackel, sie kam auf die Idee die Fackel durch alle Bundesländer zu senden und auf das Thema Inklusion aufmerksam zu machen, hat auch eine behinderte Tochter. Alex setzt sich unheimlich dafür ein, dass man in unserem Land mal aus den veralteten Ansichten raus kommt oder überhaupt erst einmal startet über ein Miteinander nachzudenken. Sie hat Power und redet jeden  na fast jeden, an die Wand.

Ihre Tochter ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man in einem nicht gut funktionierenden Körper eingeschlossen sein kann.

Sie kann sich leider nicht über Sprache ausdrücken und ihre Muskeln machen nicht was sie will. Somit ist sie an den Rollstuhl gebunden und muss auch gefüttert werden. Wenn Alex damals der Aussage der Ärzte geglaubt hätte, wäre wohl einiges anders gelaufen. 

Wenn man ihre Tochter sieht dann traut man ihr nicht viel zu . Wenn man dann aber hört, dass sie in der Schule sogar am Französischunterricht teilnimmt und das besser drauf hat als andere in ihrer Klasse, dann begreift man schnell wie wichtig es ist jeden Menschen  individuell zu fördern auf ihn einzugehen. 

Als ich dann noch hörte, dass sie mittels eines Computers über die Augen bei Whatsapp ist, da bin selbst ich fast vom Glauben abgefallen.

Cool, das Alex und ihr Mann Frank nicht auf das gehört haben was die Götter in Weiß ihnen mit auf den Weg gaben. 

Der Zufall wollte es, dass die drei im Urlaub durch Frankreich unterwegs sind und so war schnell eine Verabredung getroffen. 

Wir trafen uns in Saint Malo, wieder eine Stadt die ich besuchen musste, weil sie mich an meine Kindheit erinnert, hier starteten immer die französischen Piraten. Ich liebte die Filme mit den tollen Schiffen, voll mit Kanonen und unter vollen Segeln. Nun war ich hier und muss sagen die Stadt ist noch besser als erwartet. Die Stadtmauer ist voll erhalten und der hinter der Stadt liegende Hafen lässt erahnen warum die Stadt ein so toller Ausgangspunkt war, die Schiffe waren voll geschützt, vom Wasser her ging nichts.

Hier muss ich mit mehr Zeit noch einmal hin und auf den Mauern rumlaufen . Eine Kindheit in so einer Stadt muss der Wahnsinn sein, jeden Tag kannst du die größten Abenteuer erleben und die Festung ist einfach auch   da. Hammer.

Wir vier schlenderten durch die Gassen und sprachen über das Leben, wir waren essen und ich freue mich immer wieder wie die Kleine, na eigentlich ist sie ja schon ein Teenager lachte wenn sie unser Gespräch verfolgte und realisierte, dass wir über sie sprachen. 

Gefangen im eigenen Körper kann man trotzdem Freude haben und am Leben teilhaben, man muss einen nur lassen ..... 

 

 

26 Juli /Frankreich / Letzte Vorbereitungen 

 

 

Früh zur Fähre von Saint Malo nach Plymouth. Saint Malo, die Stadt aus meiner Kindheit von wo aus immer die französischen Piraten gestartet sind. Wir sehen uns bestimmt wieder, es gibt noch einiges zu entdecken und Annett wollte ich ja auch noch Saint Michel zeigen, ein Abwasch.

Die Fähre ging pünktlich und war zügig unterwegs. Es waren trotzdem noch über acht Stunden, dazu kam dann noch eine Stunde Zeitverschiebung.

 Irgendwann ist alles mal vorbei und so legten wir auf englischem Boden an. Ich hatte Glück nur ein paar Straßen weiter gibt es einen Zeltplatz. Naja vielleicht war die Nähe zum Hafen nicht ganz so optimal. Der Zeltplatz, haltet euch fest, also dieser Zeltplatz ist der teuerste Zeltplatz auf dem ich je war, umgerechnet 40 Euro für einen Platz ohne Strom ist ein stolzer Preis. Auf meine Bemerkung, dass das echt viel ist bekam ich die Antwort, dass es daran liegt, dass man fast an der Fähre ist. Ja, ok, das leuchtete mir ein. Aber es ist trotzdem sehr viel Geld  ....

 

 

Am 07.April haben wir übrigens schon einen neuen Termin für eine live Übertragung gemacht. Es startet wieder um 14:00 Uhr. Im Internet zu hören unter www.rockradio.radio,de Ich hoffe ihr seid dabei.....

Und für alle die lieber Schlager hören bin ich am 31. März auf B2, dem Schlagersender schlechthin, zwischen 11 und 12 bei Dagmar und Micha zu hören.  https://www.radiob2.de

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 5 plus 1.

Partner und Freunde