20. März - 22. März / USA

Mit dem Fahrrad durch die USA

 

 

Hier seht ihr meine aktuelle Position.

 

Noch kein Geburtstagsgeschenk? - Eine Leseprobe zu meinem Buch HIER

 

20. März / USA / Angenehm, echt angenehm 

 

 

Es ist mehr als trübe, mir ist schon den ganzen Tag als wenn es gleich Nacht wird. Das kennt ihr bestimmt, die Dämmerung, die Sonne ist schon weg und die Nacht wartet nur noch kurz ab bis sie das Kommando übernimmt und alles in ein tiefes Schwarz hüllt. Man will eigentlich nur das Licht anknipsen und es sich in einem Sessel bei einem gutem Glas Wein gemütlich machen.

Hier fährt man sehr vorsichtig, was mich sehr freut. Ich bin nun schon seit Monaten auf sämtlichen Straßen dieser Welt unterwegs und vom Verkehr angefressen. Immer wenn ich sehe, dass es wieder über größere Straßen geht muss ich mich selbst motivieren bessere Laune zu haben. 

Der Verkehr ist gut aber alles Gute ist nie beisammen, es ist furchtbar kalt, eigentlich kein Wetter um spazieren zu fahren, eher so, na sitzen und aus der warmen Stube nach draußen sehen und sich fragen warum einige da draußen sind und vielleicht auch noch Radfahren. 

Der Zeltplatz ist direkt am See, schön. Man unterteilt hier viele Plätze so extrem, dass du mit deinem Zelt weit ab von allem bist. Toiletten, Duschen und der Waschsalon sind ewig weit weg. Die Plätze werden auch als primitiv Camping bezeichnet. Na es stört mich nicht, mit dem Fahrrad bin ich schnell an der Dusche und wo keiner ist da kann man auch mal schnell an den Baum gehen. Der See ist schön aber direkt dort kann ich nicht stehen, es weht ein wirklich kalter Wind. Wo führt das noch hin? Es geht immer weiter nach Norden, Richtung Kanada. 

 

 

21. März / USA / Es bleibt angenehm aber ich habe die Nase voll

 

 

Also eins steht fest, es gibt zu wenige Radwege auf dieser Welt.
Nachdem ich heute später los bin als normal, es sollte in Jackson vielleicht noch ein Interview für die Zeitung geben, habe ich mich gleich auf einem Highway wiedergefunden. Kein Standstreifen und vier Spuren, also nicht wenig Verkehr. Mississippi ist wohl einer der Bundesstaaten denen es finanziell nicht so gut geht, das sieht man auch gleich an den Straßen. Man haut nicht so auf den Putz. 

Die Straße führte mich aber gleich zu einem Radweg ich war glücklich, kein Lärm keine Autos. Leider hielt das nicht lange an, der Radweg führte nach Westen und Nashville ist von mir im Norden. Dazu kam, dass der Wind auch aus Norden kam. Zum Glück hatte ich nur 35 km geplant wegen dem Interview. Bis 10 Uhr hatte ich Amber gesagt werde ich warten dann starte ich. Nun war ich im Norden der Stadt und versuchte sie noch einmal zu erreichen. Das Ergebnis war, dass sie nicht konnte. Gerne hätte sie mich getroffen, Claudia hatte mich auch hier schon als tollen Typen angekündigt. Ja Claudia macht hier gerade eine tolle Arbeit, sie sucht Zeitungen auf dem Weg raus und schaut ob Interesse besteht an einem auf dem Rad. Schauen wir mal wo das noch hinführt...

Wieder ein Stück Radweg wieder Highway und egal wo Wind. Wir werden nie Freunde wenn du so weiter machst. Irgendwie vergingen die 35 Kilometer nicht...

 

 

22. März / USA / Ist noch zu früh

 

 

Was für eine lausig kalte Nacht. Mein Schlafsack ist ein Hammer, ich bin verliebt. Aber komme mal aus einem Schlafsack raus der Wunderschön warm ist und ziehe dir deine Sachen an. Die sind zwar auch im Schlafsack gewesen aber du musst raus. So ein Schlafsack ist zu eng um sich anzuziehen. Oberkörper raus Shirt drüber. Das ist fast wie kalt Duschen, das braucht kein Mensch, also kein normaler. Es gibt ja Harte die das können. Ich bin lieber ein Weichei, und von mir aus auch ein ganz weiches. 

Na irgendwann saß ich im Sattel und fuhr den Highway 51 runter. Ich war noch immer damit beschäftigt dem Feuer von schweren Waffen zu lauschen. Ich lag noch im Zelt da ging das schon los. Irgendwo hier musste ein Schießstand sein. In Arizona in der Wüste bin ich an einigen vorbei gefahren. Man konnte sie gut sehen und auch wie die Geschosse im Sand landeten. Hier ist überall Wald. Die Bäume sind aber noch lange nicht so weit wie die etwa 300 km weiter im Süden. Vor ein paar Tagen hatte ich schon den Frühling in der Nase und nun sind die Bäume alle grau und Schnellfeuerwaffen zerreißen die morgendliche Stille. Echt verrückt ....

Die Autofahrer sind rücksichtsvoll, es fährt sich angenehm aber ein Standstreifen wäre mir lieber. Mapsi zeigt mir aber keine großen Straßen mehr als Option an, das ist wohl vorbei, da wo andere Möglichkeiten sind da darfst du auch im Land der unbegrenzten   Möglichkeiten nicht mit dem Rad fahren. Also das denke ich, nach Verbotsschildern habe ich noch nicht geschaut. 

Der Ort durch den ich gerade gefahren bin war nicht gerade sehr ansehnlich, das ist wohl auch der Grund warum mir ein schöner alter Bahnhof und eine alte Lok gleich ins Auge fiel. Die Lok war auch das Motiv eines Fotografen. Von der brauchst du auch ein Bild dachte ich mir gleich. Der Fotograf sah mich, und den Junior und seine Augen leuchteten. Er ist auch Radfahrer stellte sich in einem Gespräch heraus. Er fragte wo es hingeht und erzählte mir dass er in einem Ort Namens French Camp wohnt. Ein besonderer Ort und wenn ich will kann ich ihn dort besuchen, es wäre bestimmt ein Platz zum schlafen zu organisieren.

Ich bedankte mich für das Angebot und wir tauschten noch unsere Nummern aus und machten eine Freundschaft auf Facebook aus. Wie einfach heute alles ist. Früher hast du einen Stift und einen Zettel gesucht, hast vielleicht andere Leute danach gefragt, heute holst du nur dein Handy raus.   

Ich fuhr gemütlich weiter, keine Eile, es waren nur 55 Kilometer bis zum nächsten Park mit Möglichkeit zum Zelten.

Naja, keiner da, man sollte einen Zettel ausfüllen, Geld in den Umschlag tun und in den gelben Kasten werfen. Es waren keine Zettel da. ich beschloss mir den Zeltplatz anzusehen, es kam mir etwas vor wie auf dem Platz vor ein paar Tagen. Einfach ziemlich verlassen. Die Plätze für die Camper waren gut, da wäre auch  einer für mein Zelt zu finden gewesen. Der Haken an der Sache war, dass kein Schwein weiter hier war, das Ganze leicht zugänglich war und ich voll von der Straße aus zusehen war. Nein, das ist nicht dein Platz....

Etwa 12 Kilometer weiter ist ein Ort, Durant war mein Ziel. Ein Ort so weit weg vom Geschehen kann dir ein preiswertes Hotel bescheren oder du zahlst richtig. Mit etwas verhandeln lag ich gut im Preis, das werde ich jetzt in Deutschland auch immer versuchen. Die würden mich wohl auslachen. Wenn du hier sagst du zahlst bar und fragst nach Discount sparst du fast immer etwas.

Ich sitze am Blog und schreibe nebenbei mit Robert. Robert ist der Fotograf von heute Morgen. Ich habe mir French Camp und seine Geschichte mal etwas angesehen. Seine Einladung habe ich bestätigt, wird bestimmt interessant. Alleine schon, dass er schreibt, das ich die Gastfreundschaft der Südstaaten genießen kann interessiert mich.

Ich lerne etwas mehr über die Menschen hier. Also mal wieder den Plan ändern. Warum nicht, es hetzt mich keiner.....

 

 

Am 21. April haben wir übrigens schon einen neuen Termin für eine live Übertragung gemacht. Es startet wieder um 14:00 Uhr. Im Internet zu hören unter www.rockradio.radio,de Ich hoffe ihr seid dabei.....

Und für alle die lieber Schlager hören bin ich am 28. April auf B2, dem Schlagersender schlechthin, zwischen 11 und 12 bei Dagmar und Micha zu hören.  https://www.radiob2.de

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Kommentar von Tom winter |

Nette Lektüre beim Kaffee .....Dank dir!!!*;-)

Antwort von Sven Marx

Vielen Dank, schön zu lesen, dass es dich unterhält.
Hast du schon entdeckt, dass ich auch ein Buch geschrieben habe. Ist ja vielleicht auch was für dich....

Bitte rechnen Sie 8 plus 8.

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