Unsere Reise / 25.07. / Was für eine Nacht – Start der Inklusions Tour

Drei Uhr nachts, es fängt an zu regnen. >>Na hoffentlich hört das bis morgen Früh auf<< waren meine ersten Gedanken.

Es hörte nicht auf, im Gegenteil, es wurde schlimmer und schlimmer. Mist, heute startet die “Inklusion braucht Aktion” Tour 2015, man hatte Unwetter angesagt aber das sollte erst einen Tag später kommen und auch nicht genau hier lang gehen. Wetter macht irgendwie nicht das was man drüber berichtet.  Wir hatten aber noch Glück in Hamburg konnten einige Züge nicht fahren weil Bäume die Strecke versperrten und Leitungen defekt waren.

Ich sichere mein Fahrrad oft noch mit einer kleinen Alarmanlage und ich schlafe immer nackt (jetzt wisst ihr Bescheid), was ich bis zu dieser Nacht nicht wusste ist, ob die Anlage wasserdicht ist. So lag ich wach und malte mir aus wie es ist wenn ich schnell raus muss um den Alarm zu stoppen. Ich zog mir schon einmal die Unterhose an und überlegte ob ich raus gehe. Wenn du jetzt deine Sachen anziehst und raus gehst hast du das nasse Zeug hier drin, das kommt nicht in Frage. Ich war noch am überlegen da hörte ich etwas: >>War das ein Pipen<< fragte ich mich. Und da noch mal, Scheiße!! Ich machte das Zelt auf und hechtete in Unterhosen in den Regen, eine Dusche gibt wesentlich weniger Wasser ab. Anlage ab und wieder rein. Ich war nass und froh, dass ich mir keine Sachen angezogen habe, die hätte ich auswringen müssen. So nass wie ich war kam ich natürlich nicht in den Schlafsack. Nass, kalt und fernab der Heimat, auch du armer Hund.

Mit dem Einsetzen des Regens war es mit dem schlafen vorbei und um 6:45 Uhr klingelte mein Wecker. Ich packte alle meine Sachen ein und zog gleich meine Regenkleidung an. Der Wind war so stark, dass ich meine Taschen auf das abgebaute Zelt legen musste um es mir nicht durch die Gegend fliegt, und das alles in voller Montur. Mist.

Ich war fertig, nicht nur mit dem Zusammenpacken, ich hatte noch nie solche Mühe meine Ausrüstung wieder zu verstauen.

Bis zum Startpunkt in Apenrade waren es nur 2,2 km und so war der Weg dorthin wenigstens easy. Vor Ort waren schon einige derjenigen die mitfahren wollten, auch der Bürgermeister war mit von der Partie. Schön, dass einige Leute die Wichtigkeit einer Sache vor das eigene Wohlbefinden stellen. Dankeschön !!!!

Noch bevor wir abfuhren hörte der Regen etwas auf und so wurden diejenigen die starteten doch noch ein wenig entschädigt. Es ging mit Polizeieskorte in Richtung Grenze denn in Deutschland wartete man schon auf uns um uns nach Flensburg zu begleiten. Eine Gruppe von etwa 12 Personen folgte uns den ganzen weg, die Rollstuhlfahrer machten an der Stadtgrenze kehrt damit wir schnellen voran kamen. Das war aber für einige kein Problem, sie luden den Rollstuhl ins Auto und folgen uns. Wenn wir eine Pause machten, um was zu trinken oder mal auf den Topf zu gehen, trafen wir uns einfach wieder. So geht es, ganz einfach !!!!

In Flensburg warteten schon einige Leute auf uns und es kam auch von Zeit zu Zeit etwas Sonne durch, genau richtig um für die dpa ein paar Bilder zu machen. Lauro der Stamm-Fotograf für Health Media e.V. die die Tour ins Leben gerufen haben, war natürlich von Apenrade an dabei und machte Bilder aus dem Kofferraum heraus und ab Flensburg vom Pickup aus. Ich staunte, dass die Polizei nichts sagte.

In Flensburg waren überall Fotografen, schau mal hier her, schau mal hier her und schau mal hier her. Jeder wollte ein gutes Bild. Wir haben dann erst einmal etwas Ordnung in die Sache gebracht und dann jeden einzeln Fotos machen lassen.

Es wurden uns viele Grüße an den Papst mitgegeben und sogar ein kleiner Bär der ein Gewand trägt und eine Kette mit einem Kreuz. der wird wohl jetzt der Talisman der Tour sein. 

Auch hier war es so, dass wir bis zur Stadtgrenze mit allen zusammen fuhren und dann weiter zogen. Ein paar begleiteten uns wieder etwas weiter. Frank den ich über Facebook kennen lernte begleitete uns die ganze Strecke bis Eckernförde. Er plante gerade eine echt tolle Tour durch die USA und Kanada und hatte ein paar Fragen. Wir werden uns in nächster Zeit bestimmt noch etwas austauschen.

Ein weiterer Mitstreiter war Fietje, Karl hatte ihn eingeladen uns zu begleiten. Die beiden haben sich bei ihrem Fahrradhändler kennengelernt weil sie beide ein Dreirad fahren. Er ist ein echtes Urgestein und wir haben viel gelacht.

Tja, und zwei weitere die uns begleiteten waren Eltje und Thorsten, sie waren gerade in Kroatien unterwegs und sind extra noch einmal gestartete um uns zu unterstützen. Ich kenne die beiden von meinem Vortrag in Flensburg wir haben danach noch eine ganze Weile geredet und uns ausgetauscht. Dieses Mal hatte ich einige Fragen weil ich wissen wollte wie die Tour war. Eigentlich wollte ich ja 2012 auch eine Tour durch dieses Land machen, ich kenne da noch viele Leute weil ich zwei Sommer in Kroatien arbeitete. Letztendlich bin ich aber an der Cote d’Azur lang gefahren weil es mir zu unsicher war durch Kroatien zu radeln. Ich wusste von einem Freund dort, er ist Minensucher, dass noch einige tausend Quadratmeter von Minen befreit werden müssen und wollte nicht das Risiko eingehen, da in die Luft zu fliegen weil ich, mit meinen Augen, ein Warnschild übersehen habe.  Die beiden geben aber Entwarnung, sie meinten, dass sie hauptsächlich durch touristische Gegenden gefahren sind und dort alles in Ordnung war. Wer mehr darüber wissen will kann hier mal reinschauen: www.thepedalpunks.wordpress.com viel Spaß.

Wir sind bis kurz vor Eckernförde zusammen gefahren dann haben wir uns verloren, wir wollten uns dort im Hafen eigentlich bei einem Fischbrötchen verabschieden. Ich wartete mit Karl noch eine Zeit lang aber es kam niemand. Wir beschlossen die Tour für heute zu beenden, ich hatte kaum geschlafen, unsere kleine Gruppe musste auf dem Weg von Flensburg ein paar Mal die Regensachen wieder anziehen, wir mussten uns unterstellen weil es richtig regnete und es goss schon wieder in Strömen. Außerdem mussten wir pünktlich im Hotel sein.

Wir luden das Trike bei Karls Frau in Auto ein und ich fuhr zum Zug. Auf dem Weg dort hin traf ich unsere Pedalpunks und im Zug die anderen beiden. Wir tauschten uns jeweils kurz aus uns verabredeten uns zu meinem Route 66 Vortrag im November in Flensburg.

In Kiel wartete schon Annett, sie kam ja nicht mit weil es ihr nicht so gut ging. Noch schnell 6km zum Hotel alles abladen und um 22:00 Uhr saßen wir dann alle zum Abendessen zusammen.

Wir waren echt glücklich, dass der Start der Tour so gut klappte und planten den nächsten Tag der mit aufstehen um 6:30 Uhr verbunden war.

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