Japan-Radtour / 12.06. / Tokio ich bins wieder oder Skytree – Ein Hammer

Alles Hoffen hat nichts genutzt, vom Schiff bin ich noch runter ohne Regensachen, die Hoffnung stirbt zuletzt. Es regnete nur noch ein wenig, schon fast Niesel, nach zwanzig Minuten hatte ich meine volle Montur wieder an. Meine Schuhe denken bestimmt drüber nach was sie verbrochen haben, dass sie jeden zweiten Tag nass gemacht werden.

Als erstes war der Kaiserpalast dran, es ist nur ein kleiner Teil der Anlage zugänglich weil der Kaiser und seine Familie dort auch wirklich wohnen. Diesen kleinen Teil konnte ich nur zu einem ganz winzigem Teil befahren, Joggen und Radfahren verboten. Da ist auch nichts wo man das Rad lassen kann und überall ist Polizei. Na das war dann schon einmal nichts, nun hast du von dem wenigen auch noch fast nichts gesehen.  

Gut, du wolltest auch noch zum Shuinjuku Gyoen, das ist ein Stadtpark in dem es exotische Pflanzen gibt, ich wollte Bilder für Annett machen, sie hat doch den grünen Daumen und freut sich über jede Blüte die irgendwo in unserer Wohnung oder auf dem Balkon ans Tageslicht kommt. Guck mal – SCHÖN HÄ. 

Tja, da ich schon um kurz vor sechs von der Fähre runter bin und am Palast ja nicht viel Zeit drauf ging war ich um 08:20 Uhr am Park, dieser macht um 09:00 Uhr auf. Nen Stadtpark der abgeschlossen ist, hm. Regen und ein Schild wo man besser drauf geschrieben hätte was erlaubt ist ließen mich auch nicht auf die Idee kommen zu fragen ob es irgendeine Möglichkeit gibt, oft fällt den Leuten was ein. In Russland durfte ich mein Fahrrad hinter den Kassenbereich stellen weil es am Palast nirgends am Zaun stehen durfte und sonst kein Platz da war. Die Frauen dort waren sehr nett.

Los weiter, das Highlight ist so und so Skytree. Der Turm ist mit 634 Metern das zweitgrößte Gebäude der Welt, da muss ich doch gewesen sein wenn ich schon hier bin. Es gibt zwei Plattformen eine auf 350 und eine auf 450 Metern. Als ich mir die Eintrittskarte holte, sagte die Frau gleich: >>Sorry, für die schlechte Sicht<

Also Ticket und los, Scheiße, du hast dein Pfefferspray in der Lenkertasche und diese hast du bei weil da die Kameras und alles drin sind. Scheiße!! Na schauen wir mal was passiert, nur nicht verrückt machen lassen.

Man muss durch eine Schleuse wie am Flughafen und vorher wird in die Taschen gesehen. Kurzer Blick, alles ok – dann ist ja alles ok, grinsen und weiter. Ich muss das Zeug mal raus nehmen hatte es mal wegen Hunden eingepackt und nie gebraucht. Bis jetzt kam ich immer so mit ihnen klar.

Oben angekommen war es gar nicht so schlimm, die Aussicht war ok. Du kannst auf drei Etagen raussehen und in der Untersten gibt es auch einen Glasboden. Der ist aber bei weitem nicht so cool wie die Glaskästen am Willis Tower in Chicago. Hier hast du kleine Scheiben und da drunter, so zwei Meter, noch mal Scheiben. Hm. In Chicago stehst du draußen auf einer Scheibe und siehst unten die Leute. Und das nicht in 340m sondern in 412m. Wer war da? Ich war da. 

Ja, noch schnell Postkarten kaufen, nen kühles Getränk und wieder runter, Fahrrad holen, Taschen holen. Hey, es regnet nicht mehr du brauchst dein Regenzeug nicht wider drüber ziehen. SUPER.

Auf zum Hotel, ich habe mir bis jetzt fast jeden Tag die Sparangebote geangelt, da bekommst du nen Zimmer was sonst 70 – 110 € kostet für 40 -45€. Oder ich bin gleich in ein Hostel und habe 22 -32 € bezahlt. Das finde ich geht.

Das sind Preise wie in Europa und das teure Japan hält sich so in Grenzen. Das Essen finde ich nicht teurer als bei uns, teilweise preiswerter.

Alles in allem habe ich aber viel mehr Geld ausgegeben als gedacht. Zelt, Schlafsack, Isomatte hätten zu Hause bleiben können. Hm. Das hole ich über den Sommer wieder rein. 

Im Hotel gab es erst Probleme wegen dem Rad. Sie haben keinen Raum für das Rad sagte mir eine Dame an der Rezeption und frage einen Mann der da wohl etwas höher war, der sagte ihr, dass draußen ein Parkplatz für Fahrräder ist. Das bekam ich mit weil ich den direkt am Eingang schon gesehen hatte. Die Frau kam mit mir mit und zeigte mir den Platz ich zeigte ihr das Rad und erklärte, dass dieses da nicht stehen kann und wird. Ich fragte ob es mit ins Zimmer darf. Sie meinte ja ok. Nun wollte sie es klären mit dem Mann am Front Office. Neee, die Gesten sagten alles. Ihr war das peinlich, sie führte mich hinters Haus und zeigte mir die Plätze wo die Angestellten ihre Räder haben, es waren zwar Kameras da aber jeder konnte von der Straße da rein. Alle Räder standen da lose an einer Wand. Sie waren zwar angeschlossen aber man hätte sie wegtragen können. Auf der anderen Seite waren Absperrungen, diese schützen die Gasanlage vor nen Anrämpler, falls da mal nen Auto auf den Hof fährt. Ich fragte ob ich das Rad da anschließen darf.

Sie rannte rein und holte diesen Typen wieder, er sagte, dass das nicht geht, zu gefährlich. AHA. Ich zeigte ihm, dass man die anderen Räder alle wegtragen kann, ich nahm mal eins uns stellte es zwei Meter weiter wieder ab. Dann erklärte ich ihm, dass mein Rad sehr teuer war und dass ich darauf angewiesen bin weil ich damit Reise. Er verwies mich wieder auf die Parkplätze vorne und zeigte mir da Rohre die senkrecht in den Boden gingen, ich solle das Rad doch da fest machen. Er wollte mich nicht verstehen. Ob das Rad da fest ist oder nicht man kann es die 60 cm hoch heben und dann ist es nicht mehr an dem Rohr.

So ein Fahrrad hat für ihn offenbar keinen Stellenwert gehabt, ich sagte der Dame, dass das alles ok ist und dass sie doch bitte die Belastung von meiner Karte nehmen soll, ich werde mir ein anderes Hotel suchen. Sie versuchte mir wieder zu erklären, dass die Zimmer zu klein sind, das hatte ihr der Typ ins Ohr gesetzt, vorher wollte sie es ja zulassen. Ich sagte ich würde mir das ansehen und könnte dann entscheiden ob es geht.

Ich fuhr hoch und schaute in den Raum, ein kleines Zimmer wie die meisten Hotels hier. Wieder runter! Ich sagte es geht, sie schaute den Typen an, er sagte nichts. Taschen ab und hoch und dann das Rad extra.

Ich schob das Rad rein und alle staunten. Warum? Die Fahrstühle sind meistens zu klein um ein Fahrrad rein zu schieben, aber hochkant geht doch, son Rad ist 180 cm lang. 

Ganz einfach: Hinterbremse ziehen, Fahrrad nach hinten ziehen und schon kommt es vorne hoch. Nun kann man es vorsichtig auf dem Hinterrad rollen lassen. Normalerweise mache ich das mit Taschen dran, manchmal gehen aber die Türen zu und dann hängst du kurz. Das macht auch nichts, aber man hängt kurz mit dem vollbeladenen Rad, das sieht dann schlimmer aus als es ist. Ich wollte dem Typen zeigen, dass die ganze Aktion ganz einfach von statten geht. Morgen Früh werde ich natürlich mit dem beladenen Rad runter fahren und hoffe, dass der Zweifler dann an der Rezeption ist und staunt wie ich aus dem Fahrstuhl komme.  

Als ich noch einmal zum Essen ging, ging ich zu der Frau bedankte mich noch einmal und sagte ihr, dass ich ihr ja sagte sie kann mir vertrauen, dass das geht. Sie lächelte und der Fahrradfeind tat als ob es mich nicht gäbe. Hätte ich nicht gedacht, dass mir hier solch ein Mensch begegnet. Was hatte er davon??

Na ich bin im Zimmer und schreibe gerade und morgen werde ich ihnen die Nummer mit allen Taschen dran zeigen.   Gute Nacht ist schon Sonnabend bei mir.

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