29. & 30. Mai / Inklusion braucht Aktion Tour 2016 / Russland / Worüber regst du dich eigentlich auf?

Ich bin 12 Stunden gefahren und habe, sage und schreibe, 105 Kilometer geschafft. Ich werde verrückt…..

Aber fangen wir mal gestern an. Die Straße war echt spitze, bis einen kleiner Aussetzer am Ende.

Also heute sollte der Tag sein an dem ich die 1.000 auf meinem Tacho fotografieren kann, spitze.

Er zeigt mir schon seit Tagen an, dass die Batterie schwach ist, ich wollte sie erst wechseln wenn die 1.000 durch ist. Erfahrungsgemäß gehen die Einstellungen dann auf Null, nur die Gesamtzahlen bleiben gespeichert,

Kurz bevor es soweit war konnte ich es nicht mehr ertragen, ich habe eine Ersatzbatterie bei, ich wollte wissen ob es auch die richtige Größe ist. Ich dachte mir, mach mal kurz auf und schau nach. Tja, so ein Mist, der Deckel ist auch gleichzeitig der Gegenpol, alle Daten weg. Und das beste, es ist die falsche Größe. Der Sender war vor ein paar Wochen auch leer, Battrie gewechselt und gleich eine zweite für den Tacheo geholt. Warum baut man zwei verschiedene Größen in so etwas ein?? Hoffe der Tacho mach noch eine Weile und ich bekomme irgendwo eine neue Batterie.

Auf einer der Tankstelle, wo ich heute Pause gemacht habe, war es ganz lustig, Als ich so ankam und mein Fahrrad an die Wand bei der Tanke stellen will, habe ja keinen Ständer mehr, kam gleich einer an und erzählte mir was, konnte mir schon denken was er wollte, habe aber erklärt, dass ich nichts verstehe, er lies mich machen.

Ich habe mir was zum Essen und viel zu trinken gekauft, es ist warm.

Ja, und als ich dann mit essen und einräumen fertig war und gerade los wollte da kam der junge Tankwart wieder an. Er wollte wissen wohin und woher. Ich erklärte ihm alles, mein Telefon half beim übersetzen. Als dann das Mädel aus der Tanke raus kam, zeigte ich einfache einen der Artikel aus der Zeitung, über die Tour und so. Sie lasen sich das alles durch und waren sichtlich beeindruckt. Sie fragten ob denn jetzt alles mit dem Tumor ok ist, ich sagte >>Nein, es ist immer noch die Hälfte drin<< Sie waren echt betroffen. Mit hat das mal wieder gezeigt, dass man nur etwas aufeinander zugehen muss und schon wird alles gut. Ich habe meine paar russischen Wörter genutzt und sie überlegten was sie alles auf Deutsch können. Wir haben einfach etwas gelacht und uns alles Gute gewünscht.

Bei meiner nächsten Pause, am Straßenrand, traute ich meinen Augen nicht, ein Radfahrer kam wie der Wind die Straße runter. Als er mich sah, winkte er schon, er hielt an und erzählte gleich los. Ich stoppte ihn und erklärte, dass ich aus Deutschland bin und kein Russisch spreche. Hm, wir unterhielten uns mit Händen und Füssen. Ihn wunderte, dass ich alles in Schwarz trage. Nun erkläre mal, dass das gut so ist, weil schwarze Sachen die Sonne anziehen. Man schwitzt schneller und der Wind kühlt. Dass ist doch genau warum wir schwitzen. Die meisten versuchen zu vermeiden zu schwitzen, Blödsinn. Ich habe das aber auch erst verstanden, nachdem ich mal mit einem Beduinen sprach und mich wunderte warum sie so viele Sachen anhaben, sie tragen teilweise drei Kleidungsstücke übereinander. Tja, ich weiß es jetzt, aber diese Frage stellt man mir ganz oft. Ich konnte es nicht erklären, sagte aber, dass das gut ist, der denkt bestimmt bis an sein Lebensende >>Der Deutsche spinnt<<

Es rollte so und gegen 19:30 Uhr fing ich an mir einen Platz für die Nacht zu suchen. Noch einmal rechts abbiegen, dann geht es wieder nur für Stunden geradeaus. Das war mein Ziel am nächsten Tag, fahren. Die Straße wurde kleiner, die Straße wurde schlechter, die Straße war praktisch weg. Eine Piste ohne Hirn und Verstand. Ein Autofahrer hielt an und fragte ob das bald wieder besser wird. >>Ja, ja<< sagte ich. Ich war beruhigt, meine tiefsten Befürchtungen hatten sich aufgelöst. Ich dachte schon, ich hätte besser nicht auf Maps hören sollen und dem Schild glauben, das eine Sackgasse anzeigte. Wenn der so fragt, kommt er nicht von irgend einem Dorf hier, sondern vom anderen Ende der Straße. Puh.

Ich brauchte einen Platz zum schlafen, es wurde später und später, der Wald war zu dicht, nichts zu machen. Plötzlich eine ideale Wiese, mit kleinen Wäldchen drauf, wo man sich hinter gut verstecken kann, den Junior die Böschung runter und hinter die erste Reihe Bäume und Sträucher schieben. Das war nichts, ich versank im Morast. Zurück, bloß zurück.

Ich musste irgendwo pennen, der Platz war gut du musst da rüber. Ich ziehe schon die ganze Zeit immer meine genialen Überzieher an, wenn ich die Straße verlasse, die Wiesen sind morgen und abends nass, so belieben meine Turnschuhe trocken, hehehe. Ich legte den Junior an der Böschung ab und versuchte es vorsichtig noch einmal so, es ging nicht gut aber es ging. Junior holen, Nachtlager aufschlagen, mit der Liebsten schreiben und schlafen, es war wieder sehr spät geworden, die Straßen kosten Zeit.

Am nächsten Tag ging es über ziemlich üble Straßen weiter, ich fluchte noch eine ganze Weile vor mich hin, irgendwann gab ich es auf, es wird sich so auch nichts ändern. Du bist nur heute und jetzt hier, außerdem war das dein Wille. Annett würde wieder sagen >>Das hast du dir so ausgesucht<< NEIN, habe ich nicht !! Ich wollte keine Teststrecken für Jeeps ausfindig machen !!! Ich wollte radeln.

Egal, ich bin hier und bald auch wieder in Berlin. Die Straßen bei uns sind oft auch schlecht, aber sie sind. Hier müssen Menschen damit jeden Tag leben und jammern nicht, also höre auch du demi auf mein Freund.

Die Menschen hier sind oft hart, das macht das schwere Leben bestimmt. Wenn jeden Tag Unmengen von Staub vor deinem Haus aufgewirbelt werden ist das eigentlich kein Spaß. Aber, spricht man sie an, gibt ihnen etwas Zeit warm zu werden sind die herzlich, wirklich sehr freundlich. JA, und Stinkstiefel gibt es überall, wenn man doch mal ein Arschl…. trifft.

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