24. & 25. Mai / Inklusion braucht Aktion Tour 2016 / Russland / Jetzt kommen mir meine Vorbereitungen zugute

Zwei meiner großen Feinde auf dieser Tour treten gerade vorsichtig in mein Leben, langsam aber sie zeigen sich.

Bei meinen Vorbereitungen auf die Tour ging es mir nicht so sehr darum wie die Topographie ist, ob Berge oder nicht. Klar habe ich auf Gebirge geschaut und mir auch eher eine Strecke durch Finnland als durch Norwegen gesucht. Von Stockholm nach Oslo komme ich nicht drum herum durch bergiges Gebiet zu fahren.

Dass das Land hier nicht platt ist war mir klar, doch etwas platter hätte ich schon gedacht. Planungen für die Strecke, sind in dem Augenblick egal wenn man etwas sehen will. Wenn du Punkte miteinander verbindest, kommt eine Strecke raus – fahre sie oder mache einen großen Umweg.

Die Idee zum Nordkap zu fahren hatte vor vielen Jahren eigentlich nicht ich, ein damals sehr guter Freund, ja, ein Bruder, wollte immer dahin. Ich sagte zu ihm wenn er irgendwann mal sein Motorrad klar machst um zu starten bin ich dabei, wenn ich es auch blöd finde dorthin zu fahren. Es wurde nie was draus, aber die Geschichte geisterte immer in meinem Kopf rum. Beim Überlegen was ich noch für meine Weltreise brauche fiel mir das wieder ein; eine Gegend die etwas unwirklich ist. Ich hoffe auf meiner Weltreise keine schlimmeren Bedingungen zu finden als jetzt dann, eigentlich sollte alles gut gehen. Hm, wieder mal ein Plan….

Die Vorbereitungen schließen vielmehr immer die Tierwelt und die Pflanzenwelt ein. Die meisten haben Angst vor den Menschen in anderen Ländern, fahrt hin, sie verstehen euch vielleicht nicht und ihr sie nicht. Wenn ihr freundlich seid ist nach ein paar Sekunden das Eis gebrochen. Pflanzen ist egal ob ihr freundlich schaut, sie sind giftig oder nicht. Einige sehen dabei auch noch toll aus. Bärenklau ist so eine Pflanze, die steht hier gerade in Massen am Wegesrand. Zu erkennen, für mein Wissen, nur an den vertrockneten Pflanzen, die Jungen sagen mir gar nichts, langsam habe ich aber glaube einen Blick. Ich mache einen riesen Bogen um Gebiete wo sie stehen, zur Sicherheit habe ich auch meine Gummiüberzieher über die Schuhe gezogen beim Nachtlager aufsuchen. Als ich aber noch mal nachgelesen habe, was man mit der Pflanze alles nicht machen sollte, kam ein Satz der beschrieb, dass selbst Einweghandschuhe sich durch die Pflanz auflösen sollen. Hoffe das bleibt mir erspart damit in Kontakt zu kommen. Es gibt in Verbindung mit Sonnenelnstrahlung Pusteln, die riesig mit Eiter gefüllt sind und schmerzen, wie Verbrennungen zweiten Grades.

Das andere ganz wichtige sind Tiere, Tiere wollen meist auch nur ihre Ruhe haben, und was sie nicht kennen ist ihnen erst auch einmal ungeheuer. Im Konsulat fragte mich die Presse ob ich Angst vor Bären habe. Eigentlich nicht, ich habe noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Ja, ja – gefährlich. Haie sind auch gefährlich. Ich war mit ihnen tauchen und lebe noch, könnte auch anders sein. Stimmt. Also Bären in Russland sieht man wohl mehr als selten, sie sind sehr scheu und auf vielen Seiten im Internet wird geschrieben, dass einen zu sehen wie ein Lottogewinn ist. In den USA, in der großen Naturparks, sieht das etwas anders aus, die Bären haben gelernt wo es was zu fressen gibt.

Viel schlimmer sind hier die Mücken, stehst du nur fünf Minuten irgendwo bist du willkommenes Futter. Wusstet ihr, dass nur die Weibchen Blutsauger sind….. Was sagt uns das? Ganz klar, sie brauchen wichtige Inhaltsstoffe vom Blut damit die Nachkommen versorgt sind. So sieht es doch mit Mücken schon ganz anders aus – Liebevolle Mütter !!!! Was aber jetzt toll zum Einsatz kommt ist mein neuer Hut mit dem Netz und mein Spray gegen alle möglichen Tiere. Zecken sind ja auch so eine Sache. Das sind für mich wichtige Dinge auf so einer Tour. Das Material muss natürlich auch stimmen und sollte immer in Ordnung sein.

Mit meinem neuen Hut bin ich noch nicht so glücklich, er sieht noch sehr neu aus, als hätte er noch nichts erlebt, er braucht etwas Sonne, Wetter und Schweiß, und wenn er das hinter sich hat dann steht er mir hoffentlich besser. Noch fühle ich mich wie ein Greenhorn mit dem schönen neuen Hut. So wie in einem dieser Karl May Filme, der Typ der die Schmetterlinge fängt. Oh Mann…

Die Landschaft wechselt langsam, weniger Bäume, wobei die wohl den vielen Sägewerken zum Opfer fallen. Hier sind ein Haufen Dörfer die wohl fast außschließlich davon leben. Toll ist, dass ich jetzt schon oft gesehen habe, dass man Hauser aus Holz noch baut. Die Steinbauten der Russen in den Dörfern sind nicht schön, einfach nur zweckmäßig.

Es sind auch schon einige Seen dazu gekommen, Flüsse sind schon die ganze Zeit meine Begleiter. Begleiter die sich einfach so durch die Natur schlängeln, auch in Städten, nicht befestigt, nicht begradigt. Man muss der Natur hier nichts abringen. Land ist einfach genug da. Eigentlich viel besser für Mensch und Natur.

Tja, nun bin ich in Kirow, eine Stadt die wohl sogar schon etwas älter ist, viele Städte in Russland bringen es gerade mal auf 200-250 Jahre. Ich bin durch einen Teil der Stadt gefahren der mit alten einstöckigen Häusern entlang der Straße bebaut war. Hätte mich besser drauf vorbereiten sollen. So etwas ist schade, man kommt in eine Stadt und weiß nichts drüber. Hm, Kulturbanause.

Ansonsten ist ein Großteil der  Stadt auf einem Berg, ich musste natürlich ganz oben ein Zimmer buchen.  Es herrscht viel Verkehr, es sind auch Radfahrer unterwegs. Diese rasen durch die Fußgänger oder zwischen den Autos durch. Sie sind glaube nicht sehr beliebt. Man hat mich immer böse angesehen, egal ob vorsichtig auf dem Bürgersteig oder meinen Platz auf der Straße einnehmend. Hier muss glaube noch was getan werden. Die Bürgersteige geben es aber gut her, dass man auf ihnen fährt. Die doch hohen Bordsteine haben alle eine Art Rampe. Nicht ideal für Rollifahrer aber schon besser als in Ekateringurg.

Mein Zimmer ist ein Traum für 14 € und der Chef spricht sogar deutsch. Seine Töchter kieschern immer wenn ich etwas will und sie es nicht verstehen, ich glaube es ist ihnen blöd. Es ist aber schon besser geworden, sie reden wie ich jetzt einfach drauf los. Manche Wörter klingen ja auch in der anderen Sprache ähnlich oder man kennt ein Wort. Wenn man nichts versteht, gibt es zu mindestens ein Lächeln. Das Leben ist so leicht….

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Kommentar von Klaus Decker |

Super informativer Bericht. Kirow liegt auf unserer Strecke.

Antwort von Sven Marx

Der ganze Blog vom letzten Jahr ist vielleicht was für euch. Bin ja so ziemlich eure Route gefahren. 

Bitte addieren Sie 4 und 3.

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