18. & 19. Juni / Inklusion braucht Aktion Tour 2016 / Norwegen / Endlich sind wir wieder gemeinsam unterwegs

Etwas war anders, was war es nur?

Augen auf und da war es wieder, dieses eigentlich so beruhigende Geräusch, Regentropfen auf dem Dach eines Bungalow. Als Kind war ich viel mit meinem Onkel im Garten, er war nur einen Steinwurf von unserem Zuhause entfernt. Ich war schon immer lieber draußen und darum hat mein Onkel mich oft mitgenommen. Wenn es regnete und zu kalt war, um draußen zu bleiben, musste ich immer ins Haus. Ich hasste es, draußen war es doch viel schöner, toben mit dem Hund oder den anderen Kindern. Naja, es nutze nichts, damals wusste ich natürlich noch nicht, dass dies zu meinem Schutz war, ich sollte mich nicht erkälten. Oft habe ich mich dann einfach hingelegt und mir ein Buch angesehen, über das beruhigende Geräusch der Tropfen auf dem Dach bin ich dann eingeschlafen.

Jetzt nerven mich diese Tropfen, die ich eigentlich so liebe, sie rauben mir seit Tagen die Kraft, man kann nicht soviel Schokolade essen, dass man einigermaßen Brennstoff hat. Ich musste raus, als Kind hätte ich gejubelt, jetzt war ich einfach nur bedient. Andere Zeit anderer Ort und ich hätte es bestimmt auch gemocht, Regen der warm ist, ist angenehm auf der Haut. Jetzt und hier war es nur kalt und jeden Tag hieß es Sachen trocknen um nicht doch noch krank zu werden.

Ich redete noch etwas mit der alten Dame die den Laden hier schmiß. Wir hatten das Gespräch schon am Vorabend begonnen und sie meinte ich sei ein guter Mann, ich erzählte ein wenig von den letzten Jahren. Daraufhin machte sie mir sogar einen besseren Preis fürs Essen, Dankeschön. Ich zeigte ihr noch ein paar Bilder meiner Reisen und das mit dem Papst, sie war begeistert. Es half nichts, ich musste los, los in den Regen. Auf wiedersehen, ich benutze extra dieses Wort, dieses Kap hat mich Kraft und Mühe gekostet aber es war so bewegend, dass ich überlege es noch einmal zu besuchen. Wie ? Keine Ahnung !! Fahrrad? Eine sehr gute Frage……

Ich überlegte beim zurückfahren lange was anders war, ich wusste es ewig nicht. Irgendwann war mir durch einen kleinen Hinweis am Straßenwand klar was es war. Eine kleine Fahne zeigte durch ihr flattern an, dass mir der Wind im Rücken saß. Und gleichzeitig merkte ich auch, dass die Regentropfen seit Tagen, ja, Wochen, nicht in mein Gesicht sondern mal gegen meinen Hinterkopf fliegen. DU HAST RÜCKENWIND. Ha, du bist wieder im Rennen, jetzt Tempo, der Zug wartet nicht auf dich. Gut 600 km in sechs Tagen, es müsste einiges schief gehen wenn das nichts wird.

Ich fuhr zurück zu dem Platz wo ich vor zwei Tagen gestartet bin. Der Weg dorthin führte wieder durch einige Tunnel, diese sind alle ok bis auf den Nordkaptunnel. Er geht von der Seite 10%runter, wäre was für nen neuen Geschwindigkeitsrekord aber für meine Augen zu dunkel, habe da unten echt zu tun. Hoch habe ich wieder geschoben bei 9%, egal…

Angekommen in Repväg, hatte ich echt Schwein, fünf Minuten später und ich hätte mit meinen nassen Sachen im Zelt pennen müssen. Ich bekam den letzten Bungalow. Ich hatte diese frohe Kunde gerade und den Schlüssel noch nicht in der Hand, da tuckerten zwei Harleys auf den Hof, ein feines Geräusch. Ich wusste schon was die beiden nicht wussten, alles belegt. Wir sprachen draußen noch kurz, sie sahen fertig aus, arme Hunde. Aber sie konnten die 50 km bis zum nächsten Ort mit etwas Zähne zusammenbeißen schaffen, ich brauche bei den Bedingungen fast 6 h. Ich gab ihnen ein paar Tipps wo es was gibt und half ihnen die Handschuhe über die Jacke zu ziehen. Gute Fahrt und viel Spaß am Kap, unglaublich, aber ich hätte gerne den Platz getauscht, Hobel an und los……

Sachen trocknen und alles für den nächsten Tag vorbereiten.

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20 – 30 km/h waren Zahlen die mein Tacho die letzten Wochen immer nur mal zeigte wenn es bergab ging – jetzt stoppten mein Tempo nur ein paar harte Steigungen, ich flog förmlich. Meine Beine können noch keine extreme mitmachen, dass nicht, aber ich fahre. Ich fahre und hatte am Ende es Tages ohne Mühe 160 km, so kann es bleiben.

Zwei bleibende Erinnerungen muss ich schnell noch loswerden. Ein Schweizer den ich traf und, ja wo kam der arme Kerl eigentlich her.
Der Schweizer hatte ne echt coole Tour gemacht; er fuhr in Zürich los, ist nen Stück durch Russland, der Verkehr war ihm zu verrückt, da ist er auf die Fähre nach Helsinki und dann weiter. Er schläft in Hotels, so wie es passt, ein Zelt hat er nicht dabei, dafür ein schönes Rad, der Lenker war fast so wie meiner. Er hatte Zeit und Geld das so zu machen. Am Kap in Honningsväg legen größe Schiffe an, sie karren dann die Leute in Bussen, einer an den anderen, nicht schön in den Kurven dort oben, dort hoch. Ja es gibt sogar geführte Touren mit dem Rad. Mal eben 60 km zum Kap bei Regen, ich hätte die Leute gerne oben noch einmal gesehen, mit ihren leichten Regenponchos, einige sahen auf der Hälfte schon nicht gut aus. Oh weh. Unser Schweizer hat sich dort im Hafen im Internet schon auf eine große Fähre eingemietet. Außenkabine mit freier Sicht. 2.000 Euro für vier Tage, hehehe, cool, dann in den Flieger und zurück. Nen paar Tipps noch und Tschüß.

Ich hatte gerade wieder gut Fahrt aufgenommen, ich musste was essen und trinken, als ich förmlich über eine Hügel flog sah ich weit hinten im Tal schon einen Radfahrer eine Pause machen, er stand am Strßanrand und aß, das Bild kennst du. Ich winkte schon vom weiten und er winkte etwas müde zurück. Das kennst du auch, dachte ich noch so. Wir fragten wo hin und wo her. Ich erzählte, dass ich gerade vom Kap komme. Er meinte, dass ich aber ziemlich frisch aussehe und wirkte noch verzweifelter. Der gute Mann hat gut 4.000 km in den Beinen und musste wie ich die ganze Zeit gegen den Wind kämpfen. <<Noch zwei Tage dann hast du es und kannst wie ich mit dem Wind zurück. Dann geht es dir auch wieder besser.<< sagte ich >>Nein, nein<< meine er. Für ihn ist am Kap Schluß, es gibt dort einen Bus und dann geht es mit dem Flugzeug nach Hause. Er hatte noch 190 Kilometer ich wünschte ihm Rückenwind……

Was daraus wurde folgt im nächsten Bericht

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