06. Juli / Inklusion braucht Aktion Tour 2016 / Dänemark / Wieder eine Bestätigung

Man staunt, wie schnell man Probleme hat sich nur ein paar Tage zurückzuversetzen, wenn man so eine “Mega-Tour” gemacht hat, sehr viele Eindrücke in doch kurzer Zeit.

Was mir von diesem Morgen aber auf jeden Fall noch in Erinnerung ist, ist, dass es nicht geregnet hat, dies weiß ich weil ich das Bild mit einer beeindruckenden älteren Dame machen durfte. Und wie man sieht ist die Straße fast trocken. Ehrlich – Ohne das Bild hätte ich es nicht mehr gewusst, das Wetter hat mich auf dieser Tour ständig gefordert, nur in Russland nicht so wie ich es erwartete, meine langen Unterhosen brauchte ich nicht einmal. Und selbst meine Daunenjacke kam nur einen Tag, auf dem Rückweg vom Nordkap, zum Einsatz. Insofern war das mit dem Regen das kleinere Übel, ich habe bei meinen Vorbereitungen auch einiges über Schnee gelesen, der so vom Himmel trullert, mitten im Sommer.

Was war an der älteren Dame so beeindruckend? Zuerst haben wir schon am Vortag nach nicht einmal fünf Minuten uns auf deutsch das Du angeboten. Sie berichtete mir, dass sie aus der Schweiz ist und schon viele Jahre in Dänemark lebt. Der grob zusammengefasste Grund dafür ist, dass sie schon mit 16 Jahren den Wunsch hatte zur See zu fahren. Vor einigen Jahren hat sie sich diesen Wunsch erfüllt und ist auf Handelsschiffen über die Meere gefahren.

Jetzt ist sie schon wieder ein paar Jahre auf dem Zeltplatz ansässig geworden und wartet auf ihre Rente. Im nächsten Jahr ist es soweit und sie will mit ihrem Trike in die Schweiz radeln, sie hat Zeit, sagt sie, und kann es gemütlich angehen lassen.

Zu dem Trike kam sie im letzten Jahr, das ist warum ich überhaupt darüber schreibe. Sie war schwer krank, konnte sich kaum bewegen, Einschränkungen sieht man noch. Sie war immer darauf angewiesen, dass jemand da war der sie nach Irgendwo begleitet. Sie war es schnell leid anderen immer zur “Last” zu fallen, sie wollte ihre Selbstbestimmung wieder haben. Da es mit dem Gleichgewicht bei ihr etwas schwierig ist, wählte sie ein Dreirad. Schon nach kurzer Zeit stellte sie durch die viele Bewegung auf ihrem Rad fest, dass es ihr viel besser geht und sie sich auch wieder mehr zutrauen kann. Mittlerweile hat sie schon Radtouren gemacht und plant, wie geschrieben, die Tour in die Schweiz – eine beeindruckende Frau. Sie hat mir nur erlaubt, dieses Bild zu machen, weil sie Interesse daran hat, dass viele Menschen wissen, dass Radfahren für sämtliche Krankheiten gut ist. Sie und auch ich haben die gleiche Meinung: Radfahren hilft bei jeder Krankheit, über die Gründe dafür haben wir lange philosophiert.

Sie ist mittlerweile schon ein gutes Vorbild: Bei ihr im Ort ist eine Frau die noch älter ist und jetzt wieder mobil durch die Welt zieht. Sie hat sich auch ein Trike gekauft, eins mit einem Motor zur Unterstützung.

Es ist wunderbar, zu sehen wie viele Vorbilder es auf dieser Welt gibt. Macht einfach jeden Tag die Augen weit auf und seht die vielen Menschen, die nicht den Kopf in den Sand stecken, und versucht es ihnen gleich zu machen. Die Welt hält jeden Tag etwas schönes für euch bereit – wenn ihr wollt !!!

Der Tag blieb trocken, obwohl der Wetterbericht etwas anderes sagte.

ich habe sie hier wieder gesehen und finde, dass das erwähnenswert ist, es sind die kleinen Unterschlupfe die man in den Ländern hier oben überall mal hat. An Seen, am Straßenrand und selbst hier auf dem Zeltplatz. Man kann dort unentgeltlich übernachten, wie ich es mitbekommen habe (wie es auf dem Zeltplatz war weiß ich nicht) , aber nur eine Nacht.

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