06. & 07. Juni / Inklusion braucht Aktion Tour 2016 / Russland / Wind, Wind, Wind

Als ich im Winter 2013 / 2014 die Tour, von Annett und mir, für den Sommer plante, da habe ich mir ein paar Touren durch Deutschland bzw. die angrenzenden Staaten gesucht. Annett ist ganz verrückt nach Wasser, es kam also wieder nur eine Tour an einem Fluß oder am Meer in Frage. Na an einigen Flüssen waren wir nun schon und die Ostsee kennen wir beide sehr gut. Ich suchte mir etwas Material über die Nordsee raus.

Wir einigten uns auf den Nordseeküstenradweg. Ich schlug vor von Rotterdam nach Kiel zu fahren, von Westen nach Osten, so sollten wir fast die ganze Zeit Rückenwind haben.

Im Sommer 2014 ertranken einige Leute in der Ostsee, es gab ablandige Ströhmungen. Das Wasser was als Unterströmung zurück floss zog die Leute mit aufs Meer. Wasser ist leider auch gefährich.

Es gab in diesem Sommer für ein paar Wochen Wind aus Osten, ungewöhnlich und darum für die meisten ungewohnt, dass sich so auch einige Dinge ändern die sonst ¨ immer¨ ganz anders sind. Naja, wir hatten die ganzen 14 Tage Wind von vorne und Annett fluchte schon, dass ich keine Ahnung von Planung hätte. Ich fuhr also immer vorne, hatte die schweren Tauschen von Annett gegen meine leichten getauscht und strampelte was das Zeug hielt. Immerhin hatten wir eine Geschwindigkeit von 14 km/h und kamen irgendwie jeden Tag voran.

Irgendwann sagte Annett dann mal zu mir, dass ich jetzt mal ein paar Kilometer in ihrem Windschatten fahren soll, ich muss mich ja auch mal ausruhen, so ist sie meine Liebste. Hm, die Idee war nicht so gut, der gute Wille zählt. Wir schafften 5 km/h und Annett bat mich ziemlich schnell wieder vorne zu fahren.

Das gleich bot sich mir heute, nur leider war Annett nicht hinter mir. Ich strampelte was ging, die Straße war die ganze Zeit gut. Und siehe da, ich habe heute sogar mal wieder 120 km geschafft. Ein gute Straße ist echt Gold wert.

Es ist kalt geworden, vorige Woche dachte ich noch ich habe meine ganzen dicken Sachen umsonst mitgenommen. Herrliches Wetter, Sommer pur. Heute hatte ich meine Stiefel wieder an und sogar Handschuhe. Ja, und meinen Hut habe ich nicht getragen um mich vor der Sonne zu schützen, nein es war ohne zu kalt.

Ich liege im Zelt und mein Hände frieren, verschwinde jetzt in meine Kuschelsack…. Nacht

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irgendwann vor dem 10.06. 1996

Ich fahre noch an der Disco vorbei in die ich öffter gehe, bin eigentlich auf dem Nachhauseweg.

Mopet abstellen ein paar Freunde begrüßen und sich etwas umsehen. Eigentlich wollte ich gleich durchfahren, mein Hund war schon den ganzen Nachmittag alleine, morgen habe ich viel Zeit für meine alte Hundedame.

Ei sieh an da ist diese Braut wieder; seit mindestens 12 Jahren sehe ich sie immer mal wieder irgendwo, wir haben vor sehr langer Zeit auch mal zusammen gesessen und etwas geredet. Heute steht sie dort bei einem Freund, gute Gelegenheit sie anzusprechen. Ja, es gibt so Sprüche mit Engeln und dann noch die Nummer mit Drink und so. Nein, ich bin da anders. Ich ging direkt zu ihr und sagte >>Weißt du was – wir küssen uns jetzt<< Die Antwort war mir klar, und den Korb habe ich schon vorher abgeholt. Ich wollte nur ihre Aufmerksamkeit wecken. So einen blöden Spruch vergisst man nicht. Naja, ich habe noch kurz mit meinem Freund geredet und sie sprach mit ihrer Schwester. Ich ging wieder, der Hund wartete.

Sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf, ich hatte sie jetzt echt lange nirgends gesehen, finde sie aber jetzt schon ein paar Jahre gut.

Eine Woche verging und ich war mal wieder auf dem Weg nach Hause an der Disco vorbei gefahren. Jups, sie war wieder da, schauen wir wie nachhaltig dein Spruch war. Sie reagierte genau wie erwartet, ich war kaum in ihrer Nähe. >>Dein Spruch letzte Woche war ja wohl nichts<< Haha, doch war es sehr wohl, sonen Engel-Spruch hättest du wohl schon wieder vergessen gehabt. Aber, dass einer gleich erst einmal küssen will, hat man selten.

Tja, wir redeten lange und am Ende des Abends, fragte sie mich ob wir bei mir noch einen Kaffee trinken wollen. Ich meinte nur, dass ich so etwas nicht habe weil ich keinen trinke. Sie lachte und wir fuhren ihre Schwester und deren neuen Freund nach Hause und dann zu mir, mit dem Hund spazieren und noch lange reden. Irgendwann musste sie los, sie wollte an diesem Wochenende mit ihrer Schwester zur Ostsee Urlaub machen. Ich fragte sie wo es hin gehen soll? Sie gab mir die Adresse. Die Woche darauf verging gar nicht, sssssuuuppppeer langsam. Für mich war klar, dass ich am nächsten Wochenende mein altes Milwaukee-Eisen zur Ostsee lenken werde. Das war dann der 10.06. 1996.

Ich bin jetzt schon wieder ein paar Tage unterwegs und denke über meinen Plan für das nächste Jahr nach, einmal um die Welt mit dem Fahrrad. Schafft man das? Ich stelle mir die Frage immer mal wieder, 1 1/2 Jahre unterwegs auf dem Rad. Ich mache mir eigentlich keine Sorgen, ich bin trotz meiner Behinderung super vorbereitet, ich habe jetzt sechs Jahre daran gearbeitet. Ich denke körperlich bekommer ich das hin, wenn ich mich auch weiterhin gut beobachte. Die Sorge die ich mir mache, ist, dass ich dieses große Abenteuer ohne Annett machen werde. Wir sind jetzt 20 Jahre zusammen und habe wirklich alles durch. Wir sind ein super Team, DAS super Team. Wir werden und alle paar Monate irgendwo treffen, ich hoffe, dass das reicht,

Heute war wieder so ein Tag an dem ich sie am liebsten bei mir gehabt hätte, einfach nur fahren und lachen weil ich die ganze Zeit strampel und sie in meinem Windschatten hängt. Leider war sie nicht da wenn ich mich umschaute.

Für mich steht fest: Die letzten 20 Jahre haben uns so stark an einander gebunden, dass ich alles für sie tun würde. Vielleicht nicht mein Leben ändern (so etwas haben wir zum Glück nie voneinander verlangt) aber ich würde mein Leben für sie geben, das ganz sicher. So und weil du das hier bestimmt wieder liest und es auch verdient hast. ICH LIEBE DICH !!!

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