02. Mai/ Route 66 / Das war wie die Zerstörung im Krieg

Auf, auf, es geht von Baxter Springs nach Springfield etwa 180km auf der 66, da musst du den Finger ziehen. Alex wird mich nur noch 30km begleiten und dann ist die sorglose Zeit vorbei. Mutti is nich mehr, jetzt heißt es wieder selber denken.
 
Als ich vom Hotel los fuhr, traute ich meinen Augen kaum, nur ein paar hundert Meter weiter sah es aus als ob ich in einem Kriegsgebiet bin. Bäume, Häuser, eine Tankstelle, alles weg – einfach so. Oh man, die armen Menschen hier. Das kann man nicht beschreiben!! Ich habe den ganzen Tag daran gedacht wie schwach wir Menschen doch sind aber auch wieder wie stark. Ich bin schon durch Gegenden gefahren wo eine Naturgewalt kurz zuvor wütete. Im Oder-Gebiet nach der Überschwemmung, an der Donau im letzten Jahr nach der Überschwemmung und jetzt hier. Es ist Wahnsinn wie die Menschen die Kraft entwickeln alles wieder aufzubauen. Sie haben ihre eigenen Sorgen aber helfen dem Nachbarn und sind auch noch freundlich zu den Menschen die ihre Region nur so zum Spaß bereisen, sie grüßten mich freundlich und wünschten mir einen schönen Tag. Und das beim beseitigen der Trümmer unter der wehenden Fahne. Ihre Fahne gibt ihnen glaube viel Kraft, sie weht an vielen Häusern in diesem Land. Ich ziehe meinen Hut in Ehrfurcht!!!
 
Dreißig Kilometer weiter in Joplin hieß es dann Abschied nehmen. Alex musste jetzt zurück nach Dallas um Sonnabendnachmittag wieder nach Deutschland zu fliegen. Danke noch mal und bis bald in Mera. Alex wird in diesem Jahr dort helfen – freue mich auf dich!!! 
 
Die Tour sollte ab jetzt nur noch auf der 66 fortgesetzt werden, habe ja Zeit. Das ganze ist aber viel schwieriger als auf dem Interstat, der ist so ¨schön gerade¨ und hat einen Standstreifen. Zur Situation hier ist zu sagen, dass es noch mal bis St. Louis (sagte mir ein Mann) bergig wird!
 
Der Lohn sind natürlich die teilweise liebevoll gestalteten Häuser (mein neues Titelbild), so etwas findest du auf der 44 nicht (folge jetzt dem 44er nicht mehr dem 40er).
 
Trotz der vielen tollen Bilder einem Schwätzchen mit nem Pferd am Straßenrand ließen mich die Bilder vom Vormittag nicht mehr los. Alles zerstört – einfach mal eben so.

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